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Gesundheit& Medizin

Aktuelle Themen zu Gesundheit und Prävention, Zahngesundheit und Zahnästhetik, Sport, Beauty und ästhetische Medizin, Vitalstoffe und Ernährung sowie Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben.

Die neuesten Gesundheitsdaten finden Sie immer oben gelistet. 

Gesundheit und Prävention

Wechseljahresbeschwerden zeigen sich bei vielen Frauen durch Hitzewallungen. Es wird angenommen, dass diese unangenehmen Schweißausbrüche auf Fehlregulierungen des vegetativen Nervensystems zurückzuführen sind.

 

Im Rahmen einer Studie wurden Untersuchungsergebnisse von über 23.000 Frauen, dessen Herz-Kreislauf-System mit Beginn der Untersuchungen gesund war, näher unter die Lupe genommen, um mögliche gesundheitliche Auswirkungen der Hitzewallungen ausfindig zu machen.

 

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass solche Frauen mit starken Hitzewallungen unter einem um mindestens 50 % erhöhten Risiko für nicht tödlich verlaufende Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Das heißt, Herz-Kreislauf-Probleme wie ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder weitere Krankheiten der Herzkranzgefäße traten bei diesen Frauen sehr viel häufiger auf als bei denjenigen ohne derartige Wechseljahresbeschwerden. Dabei war es unerheblich, wie oft und wie lange die Hitzewallungen jeweils andauerten. Ausschlaggebender war die Intensität dieser Beschwerden.

 

Dieser unangenehme Nebeneffekt der Wechseljahresbeschwerden begründet sich darauf, dass die Fehlregulierungen im vegetativen Nervensystem auch einen nachteiligen Effekt auf die Regulation des Blutdrucks haben kann. Sobald dieser daraus folgend zu hoch wird, erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem nimmt in den Wechseljahren bekanntlich der Östrogenspiegel ab, dem wiederum ein schützender Effekt für die Herzgesundheit zugesprochen wird.


Zhu, D. et al.
Vasomotor Menopausal Symptoms and Risk of Cardiovascular Disease: A pooled analysis of six prospective studies.
AJOG. 6/2020

Immer mehr Menschen leiden unter der erworbenen Diabetes-Typ-2-Erkrankung. In vielen Fällen ist ein ungesunder Lebensstil die Ursache, die zu eindeutigem Übergewicht beziehungsweise einer Adipositas geführt hat. Der normale Stoffwechsel verändert sich folglich in der Form, dass auch der Insulinstoffwechsel fehlgeleitet und die Zuckerkrankheit erworben wird.

 

Um von einer solchen Diabetes-Erkrankung wieder in einen gesunden Normalzustand zu gelangen, scheint es hilfreich zu sein, sein Übergewicht massiv um einige Kilos zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie mit fast 150 Teilnehmern, die übergewichtig waren (mit einem durchschnittlichen BMI von 35kg/m2) und bereits seit mindestens zwei Jahren an einem Diabetes erkrankt waren. Viele der Studienteilnehmer wurden bereits mit Antidiabetika medikamentös eingestellt.

Über den Zeitraum von einem Jahr wurde bei der Hälfte von ihnen das Körpergewicht drastisch reduziert, sie nahmen im Schnitt 12 kg pro Jahr mithilfe von speziellen Diätmaßnahmen ab. Die Kontrollgruppe wurde entsprechend vorgegebener Leitlinien behandelt und verlor am Ende jährlich durchschnittlich 4 kg an Körpergewicht.


Nach Untersuchung der Stoffwechselparameter konnten die Studienverantwortlichen feststellen, dass am Ende der Studie über 30 % der ersten Gruppe einen normalen Stoffwechsel zurückerlangt hatte und nicht mehr unter einer Diabetes-Erkrankung litt. Bei der Kontrollgruppe schafften es lediglich 4 %. Eine radikale Ernährungsumstellung unter ärztlicher Anleitung, die zu einer Gewichtsreduzierung um mindestens 10 kg führt, garantiert den betroffenen demnach eine um 50 % erhöhte Chance, ihren gesunden Blutzuckerspiegel wiederzuerlangen und damit ihren Diabetes wieder loszuwerden.


Taheri, S. et al.
Effect of intensive lifestyle intervention on bodyweight and glycaemia in early type 2 diabetes (DIADEM-I): an open-label, parallel-group, randomised controlled trial
Lancet 6/2020; 8: 477-489

Jeder fünfte Deutsche ist von Bluthochdruck, von erhöhten Werten der Blutfette und des Blutzuckers sowie von Übergewicht im Bereich des Bauchs betroffen. Bei einer Kombination dieser vier Gesundheitsrisiken spricht man von einem „Metabolischen Syndrom“. Diese weitverbreitete Zivilisationskrankheit ist hauptverantwortlich für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und lässt das Herzinfarkt- sowie das Schlaganfall-Risiko um das Doppelte bis Dreifache ansteigen.

Das Ergebnis einer international angelegten Ernährungsstudie mit über 150.000 Teilnehmern aus 21 Ländern kam jetzt zu dem Schluss, dass der Konsum von Milchprodukten möglicherweise vor dem metabolischen Syndrom und seinen negativen Folgen schützen könnte.

Etwa 40% der Studienteilnehmer waren von einem metabolischen Syndrom betroffen. Alle füllten ein Ernährungsprotokoll aus, um mögliche Rückschlüsse des Ernährungsverhaltens auf die Entstehung des metabolischen Syndroms ziehen zu können. Bereits schnell zeigte sich, dass dessen Betroffenheit auch davon abhing, wie viel Milchprodukte auf dem Speiseplan standen.

Ein täglicher Verzehr von zwei Portionen Milchprodukte, wie beispielsweise ein Glas Milch und ein 244 g-Joghurt oder eine 15 g-Scheibe Käse und ein Teelöffel Butter, reduzierten das Risiko für das Syndrom um 24 %. Interessanterweise scheint es dabei wichtig zu sein, auf vollfette Milchprodukte zurückzugreifen, so die Forscher.

Weitere Untersuchungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich der Milchproduktkonsum auch direkt auf die Entstehung der Einzelkomponenten wie Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte, also Diabetes, auswirken könnte. Personen, die diesbezüglich ursprünglich gesunde Werte hatten, entwickelten im Studienverlauf von neun Jahren erhöhte Blutdruck- und Blutzuckerwerte.

Sofern die Teilnehmer in diesem Zeitraum jedoch die zwei Portionen Milchprodukte verzehrten, verringerte sich das Erkrankungsrisiko um 11 bzw. 12 % im Vergleich zu Studienteilnehmern ohne Milchprodukte-Verzehr. Um Schlüsse für mögliche Vorsorgemaßnahmen gegen die steigende Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch einen entsprechenden Milchverzehr ziehen zu können, stehen weitere großangelegte Studie an.

Bhavadharini, B. et al.
Association of dairy consumption with metabolic syndrome, hypertension and diabetes in 147 812 individuals from 21 countries.
BMJ 5/2020

Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) berichtet, wird jede fünfte Krebsneuerkrankung hierzulande durch das Rauchen von Tabak verursacht. Zwar ist die Anzahl der Raucher rückläufig, im internationalen Vergleich ist ihre Rate in Deutschland allerdings noch mit 26,4 % bei den Männern und 18,6 % bei den Frauen sehr hoch.

Auch sieht es bei uns hinsichtlich der Tabakkontrollmaßnahmen und eines längst überfälligen Werbeverbotes vergleichsweise schlecht aus, so dass immer noch viel zu viele Menschen in Deutschland tabakbedingt an Krebs erkranken. Laut Aussagen des DKFZs könnten drei wichtige Maßnahmen helfen, um viele Krebsfälle zu vermeiden.

Mit Hilfe von Modellrechnungen gelang den Forschern eine interessante, wegweisende Prognose:
Würde die derzeitige, lückenhafte Tabakkontrollpolitik so weiterlaufen wie bisher, gäbe es für 2050 eine Raucherquote von 14,8 (für die Männer) und von 10,2 (für die Frauen). Sollte es jedoch gelingen, den Tabakkonsum durch die drei Maßnahmen wie „jährliche Steuererhöhungen um 10 % über einen Zeitraum von zehn Jahren“, „ein umfassendes Tabakwerbeverbot“ sowie „eine einheitliche neutrale Verpackung für alle Zigarettenmarken“ zu reduzieren, so läge die Raucherquote in 30 Jahren nur noch bei 9,7 beziehungsweise 6,7 %!

Aus diesen Zahlen ließ sich weiterhin errechnen, dass es im Jahr 2050 bei den Männern 14 % und bei den Frauen 12 % weniger Krebsfälle geben würde, die durch Tabakgenuss verursacht sind. Auf Personenzahlen in Deutschland bezogen bedeutet das, dass die genannten drei Maßnahmen über eine Million Menschen innerhalb der nächsten 30 Jahre vor einer Krebserkrankung schützen könnten.

Zudem weisen die Studienverantwortlichen darauf hin, dass eine entsprechende Tabakkonsum-Reduzierung selbstverständlich einen weiteren sehr positiven Effekt auf zahlreiche andere Erkrankungen haben würde, die ebenso durch das Rauchen verursacht werden.

Gredner, T. et al.
Impact of tobacco control policies on smoking-related cancer incidence in Germany 2020 to 2050 – a simulation study Cancer Epidemiology 2020.
Biomarkers & Prevention 5/2020

Zahngesundheit

Die Raucherentwöhnung ist eine notwendige Maßnahme zur Bekämpfung der Tabakabhängigkeit. Bereits im 16. Jahrhundert wurde der Pfeifentabak durch die spanischen Eroberer nach Europa gebracht. Damals als Privileg der Reichen, heute als Produkt der Massenindustrie und verfügbar für jedermann, ist die Abhängigkeit vom Zigarettengift Nikotin eine der häufigsten Suchterkrankungen im 21. Jahrhundert.


Die Nikotinsucht ist sowohl durch eine soziale bzw. psychische Komponente als auch durch eine biologische Komponente gekennzeichnet. Das Rauchverhalten wird sozial durch Gruppenakzeptanz verstärkt, während der Nikotinkonsum neurobiologisch über präsynaptische nikotinerge Acetylcholinrezeptoren die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin im mesolimbischen System (Ausschüttung der Botenstoffe im Belohnungssystem des Gehirns) erhöht.


Dies erklärt die hohe Suchtpotenz des Rauchens und die Art der Suchtentstehung. Es begründet weiterhin die Komplexität der Verfahren zur Raucherentwöhnung. Die ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation) definiert folgende Kriterien zur Diagnose der Tabakabhängigkeit, von denen mindestens drei erfüllt sein müssen:

 

  • I – zwanghafter Tabakkonsum
  • II – Toleranzentwicklung (Steigerung des Konsums, um Befriedigung zu erreichen)
  • III – körperliche Entzugssymptome bei Abstinenz
  • IV – anhaltender Tabakkonsum trotz Folgeschädigung
  • V – Veränderung der Lebensgewohnheiten, um den Tabakkonsum aufrechtzuerhalten
  • VI – eingeschränkte Kontrolle über das Rauchverhalten

 

Die Folgeschäden des Tabakkonsums sind immens. Jährlich sterben über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Todesfälle durch Rauchen im Alter zwischen 35 und 69 Jahren sind:

 

  • 40-45 % aller Krebstode,
  • 90-95 % aller Bronchialkarzinome (Lungenkrebs)
  • 75 % aller chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (chronische Bronchitis, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD))
  • 35 % aller kardiovaskulären Todesfälle (z. B. Myokardinfarkte/Herzinfarkte)
    Auch rauchende, werdende Mütter und das Passivrauchen stellen ein großes Gesundheitsrisiko dar.


Auch in der Zahnheilkunde führt Rauchen zu Erkrankungen: Rauchen schädigt beispielsweise die natürliche Mundflora (Gefahr der Kariesbildung) und erhöht das Risiko für eine Parodontitis um das 2,5- bis 6-Fache.


Bei der Parodontitis handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, welche zu einem entzündlichen Abbau des Parodonts (Zahnhalteapparat) führt. Nach Karies stellt die Parodontitis die häufigste Erkrankung der Mundhöhle dar.

Als Implantate werden in der Zahnmedizin meist schrauben- oder zylinderförmige Systeme bezeichnet, welche dem Ersatz natürlicher Zahnwurzeln dienen und die in der Regel nach einer Einheilungsphase mit festsitzendem Zahnersatz in Form von Kronen oder Brücken versorgt werden oder den Halt von Prothesen verbessern.
Unter eine Reihe von alloplastischen Implantatmaterialien (Einsetzen von Fremdmaterial) erscheint Titan gegenwärtig als am besten geeignet, da es sich durch etliche werkstoffkundliche Vorteile von anderen Materialien absetzt:
• hohe mechanische Stabilität (Härte, Risszähigkeit, Biegefestigkeit)
• Röntgendichte
• Sterilisierbarkeit
Dicht gefolgt in seinen Materialeigenschaften wird Titan von yttriumverstärkter Zirkonoxidkeramik. Entscheidend ist aber, dass trotz minimaler Abgabe von Titanionen auf Titan und auch auf Zirkonoxid keine Gewebereaktionen stattfinden; beide sind also bioinert (d. h., dass es zu keiner chemischen bzw. biologischen Wechselwirkung zwischen dem Implantat und dem Gewebe kommt).
Der Knochen integriert das Implantat in direktem und engstem Oberflächenkontakt bis 10 nm ohne Ausbildung einer bindegewebigen Trennschicht: Kontaktosteogenese (Bildung eines individuellen Knochens durch Kontakt). Zwar gibt es durchaus auch schon bioaktive Implantatmaterialien, die in Form einer Verbundosteogenese sogar einen physikochemischen Verbund mit dem Knochen eingehen; allerdings reichen deren biomechanische Eigenschaften nicht an die des Titans und des Zirkonoxids heran.
Implantate werden in der Regel zweiteilig (Implantatkörper als Primärteil, Implantataufbau als Sekundärteil) verarbeitet. Als Material für Sekundärteile hat sich Zirkonoxid auf Grund seiner Zahnfarbe, die im Gegensatz zu Metall nicht durch eine keramische Kronenversorgung durchschimmert, und wegen weiterer Vorteile durchgesetzt.
Neben schraubenförmigen Implantaten werden auch die Zylinderform und sogenannte Extensionsimplantate angeboten. Extensionsimplantate sind blattförmige, flache Implantate, die entlang des Knochenverlaufes der Kiefer in einen dort hineinpräparierten Schlitz (1 mm Breite; 4-14 mm Länge) eingesenkt werden und dort festwachsen.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Die Indikation zur Implantatversorgung stellt sich je nach anatomischen Voraussetzungen und Umfang des Zahnverlusts mit unterschiedlicher Dringlichkeit:
• zahnloser Kiefer: während Totalprothesen durch die Saughaftung mit der breitflächigen Oberkieferschleimhaut in aller Regel guten Halt haben, lässt sich ein vergleichbarer Halt auf dem Unterkiefer selbst unter optimalen anatomischen Bedingungen in keinem Fall erreichen. Der zahnlose Unterkiefer stellt daher die wichtigste Indikation zur Implantatversorgung dar.
• Freiendsituation: die Zahnreihe ist ein- oder beidseitig durch Zahnverlust verkürzt und kann ohne Implantatversorgung nur durch herausnehmbaren Zahnersatz versorgt werden.
• Schaltlücken: Zahnlücken, die von Nachbarzähnen begrenzt sind; hier ist vom Restzahnbestand und der Größe der Lücke abhängig, inwieweit die Lücke ohne Implantat noch mit einer fest sitzenden Brücke geschlossen werden könnte oder ob die Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz erfolgen müsste. Ein Implantat als strategischer zusätzlicher Brückenpfeiler in einer größeren Lücke vermeidet auch hier eine herausnehmbare Prothese.
• Einzelzahnersatz: hier wäre ohne Implantatversorgung in aller Regel eine festsitzende Brücke, im Frontzahnbereich ggf. auch als Klebebrücke indiziert. Ein Implantat schützt die Nachbarzähne vor Überkronung.
Unabhängig vom Wunsch des Patienten nach einem festsitzenden anstelle eines herausnehmbaren Zahnersatzes sollte eine weitere Tatsache berücksichtigt werden: Der alveolare Knochen (Knochenanteil der Kiefer, in dem die Zahnwurzeln verankert sind) hat zeitlebens die Tendenz, sich zurückzubilden, wenn er nicht durch Zähne funktionell belastet wird.
Hiermit bekommen Implantate eine zusätzliche Bedeutung: Denn Alveolarknochen, in den ein durch Kaufunktion belastetes Implantat integriert ist, reagiert nicht mit einem derartigen Rückgang. So dient ein Implantat, für das zunächst Knochensubstanz geopfert werden muss, im Idealfall dem Schutz des knöchernen Alveolarfortsatzes. Wangen und Lippen werden weiterhin gestützt. Dadurch kann beispielsweise eine Implantatversorgung im Frontzahnbereich ästhetischer wirken als eine Brücke.

Sport

Eine Million Menschen hierzulande ist von der Glaukom-Erkrankung, dem sogenannten Grünen Star, betroffen. Da diese Augenerkrankung den Sehnerv schädigt, gilt sie als häufigste Ursache für das Erblinden der Menschen in Deutschland. Problematisch ist dabei vor allem der Augeninnendruck, welcher bei zu hohen Werten den Sehverlust voranschreiten lässt.

 

Im Rahmen einer sechsjährigen Studie wurden fast 10.000 Männer und Frauen im Alter von 40 bis 81 Jahren beobachtet, wie sich ihre regelmäßige sportliche Betätigung auf das Glaukom-Erkrankungsrisiko und auf den Verlauf des Grünen Stars auswirkt.

 

Im Ergebnis zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen sportlichen Aktivitäten und einem drohenden Sehverlust durch einen Grünen Star. Wer demnach regelmäßig sportlich aktiv war, konnte sein Erkrankungsrisiko im Vergleich zu inaktiven Menschen reduzieren. Weitere mögliche Einflussfaktoren wie die Ernährungsweise oder ein erhöhter Genuss von Alkohol und Tabak wurden bei der Studienauswertung berücksichtigt.

 

Die Studienverantwortlichen führen die positiven Wirkungen des Sports in diesem Zusammenhang darauf zurück, dass Ausdauersportarten wie das Radfahren oder Joggen kurzzeitig den Augeninnendruck herabsetzen können. Weiterhin führe Sport dazu, dass eine bessere Durchblutung des Sehnervkopfes erfolgt und wichtige Reparaturen von Gehirnnerven angeregt werden. All diese positiven Mechanismen können dazu beitragen, dass Sport der Entstehung eines Grünen Stars vorbeugen und eventuell auch eine bereits vorhandene Erkrankung verzögern kann. Um diese möglichen Hintergründe zu klären, stehen weitere Untersuchungen an.


DOG: Grüner Star und Lebensstil - Sportliche Menschen erkranken seltener an Glaukom
idw-Pressemitteilung 7/2020

Die Funktion unseres Gehirns basiert unter anderem darauf, dass unzählige Nervenzellen zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen unterscheiden können. Durch gewisse Trainingstechniken kann eine ergiebige Informationsverarbeitung unterstützt werden. Wissenschaftler konnten jetzt herausfinden, dass sich Meditationsübungen in diesem Zusammenhang besonders förderlich auswirken. Im Rahmen des Meditierens werden die eigene Achtsamkeit und Aufmerksamkeit des eigenen Körpers trainiert.

 

Im Rahmen einer Studie wollten Wissenschaftler nähere Informationen dazu erhalten, welchen Einfluss die meditativen Übungen auf die Netzwerke der Nervenzellen im Gehirn haben. Sie verglichen mithilfe einer sogenannten Magnetencephalographie (MEG) die messbaren Hirnaktivitäten von Menschen, die eine Achtsamkeitsmeditation ausübten, mit solchen, die sich im Ruhezustand befanden. Sie stellten dabei fest, dass durch die Meditationsübungen zahlreiche Gehirnaktivitäten gemessen wurden, die bei den Studienteilnehmern in Ruhe nicht auftraten.

 

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass regelmäßige Meditation dazu führt, dass die Nervenzellen die eingehenden Informationen besser verarbeiten können und der Körper sich über das Gehirn besser auf kritische Ereignisse aus der Umwelt einstellen kann. Mit anderen Worten, das Gehirn kann auf diese Weise lernen, eingehende Informationen besser und effektiver zugunsten der eigenen Achtsamkeit zu verarbeiten.


Dürschmid, S. et al.
Self-regulated critical brain dynamics originate from high frequency-band activity in the MEG.
Plos one 6/2020

Kinder und Jugendliche in Deutschland sind bewegungsträge. Die Mindestempfehlung an körperlicher Bewegung lautet eine Stunde pro Tag. Leider schaffen es nur 13 % unseres Nachwuchses, sich entsprechend ausreichend sportlich zu bewegen. Eine aktuelle Studie weist jetzt darauf hin, dass diese Rate bei Kindern mit angeborenem Herzfehler noch ungünstiger ausfällt. Hier sind es nur 8-9 %, die täglich mindestens eine Stunde Sport treiben.

Die Daten von 1.198 Kindern und Jugendlichen mit mehr oder weniger stark ausgeprägtem angeborenen Herzfehler wurden mit den Daten von 3.385 herzgesunden jungen Studienteilnehmern verglichen. Fragebögen zur sportlichen Aktivität, zum gesundheitlichen Zustand und zu den Sportempfehlungen, welche ihnen möglicherweise von den behandelnden Ärzten mit auf den Weg gegeben wurden, wurden näher unter die Lupe genommen.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass die allgemeingültige Empfehlung des täglichen Sporttreibens von mindestens einer Stunde vor allem von den herzkranken Kindern nicht erreicht wurde, weil zum einen die Eltern es den Kindern aus Sorge um die Gesundheit nicht zumuten wollen. Zum anderen seien aber auch die übervorsichtigen Empfehlungen vieler betreuender Ärzte dafür mitverantwortlich, dass ihre jungen Patienten es aus Vorsicht vermeiden, ausreichend Sport zu treiben.

Dieser Rat sei laut Aussage der Studienverantwortlichen nicht richtig, weil auch für Kinder und Jugendliche mit angeborenem Herzfehler ein täglicher körperlicher Ausgleich notwendig ist, um das Wohlbefinden zu fördern, Muskeln, Knochen und Abwehrkräfte aufzubauen und die Konzentrationsfähigkeit zu festigen. Sport, allerdings immer in Rücksprache mit dem Arzt, könne sogar helfen, der Entstehung gefährlicher Folgeerkrankungen, die sich aus einem Herzfehler ausbilden können, entgegenzuwirken.

Urschitz, M. et al.
Physical Activity Among Children With Congenital Heart Defects in Germany: A Nationwide Survey
Frontiers in pediatrics 4/2020

Sport zu treiben, wird Menschen jeden Alters empfohlen. Wichtig dabei ist es, die individuell passende Sportart zu finden und diese je nach körperlicher Gesundheit regelmäßig und ausreichend, aber auch in angepasstem Maße durchzuführen. Immer wieder hört man, dass diese oder jene Sportart zu strapaziös für die Knochen und Gelenke sei. US-amerikanische Wissenschaftler wollten genauer wissen, was es mit diesem Gerücht auf sich hat.

Sie untersuchten in einer Langzeitstudie, ob Sportarten wie Joggen und Aerobic zur Schädigung der Kniegelenke führen. Sie stellten fest, dass diese sportlichen Aktivitäten keinen Verschleiß fördern, sondern durchaus von Nutzen sind auch für Freizeitsportler der älteren Generation. An der zehnjährigen Studie nahmen fast 1.200 Teilnehmer mit dem durchschnittlichen Alter von 58 Jahren teil.

Einige Teilnehmer hatten einen BMI (Body-Mass-Index; Körpermassen-Index) von 27 und waren damit etwas übergewichtig. Die meisten Teilnehmer wiesen zu Beginn der Studie ein erhöhtes Arthrose-Risiko auf, entsprechende Symptome an den Knien lagen aber nicht beziehungsweise in nur ganz geringem Maße vor. Die Studienteilnehmer wurden über ihre sportlichen Aktivitäten befragt, insbesondere interessierten die eher strapaziösen Sportarten wie Joggen, Radfahren, Aerobic oder Tennis.

Es zeigte sich, dass etwa 50 % von ihnen keinen Sport trieb. Sie bildeten damit die Referenzgruppe. Nach zehn Jahren nahmen die Wissenschaftler Untersuchungen vor, um einen möglichen Verschleiß der Kniegelenke oder eine eventuelle Arthrose-Entwicklung feststellen zu können.

Im Ergebnis zeigte sich, dass am Ende der Studie zwar 13 % der Probanden einen leichten Kniegelenksverschleiß zeigten, dieser aber nicht auf das Ausüben der genannten Sportarten zurückzuführen war. Diese Sportarten, egal in welcher Intensität, standen in keinem nachweisbaren Zusammenhang mit dem Abnutzen der Kniegelenke.

Auch bei bereits bestehenden Kniegelenkproblemen müsse demnach keinesfalls darauf verzichtet werden, auch dann nicht, wenn die Betroffenen ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringen. Es überwiegen die positiven Wirkungen des Sports auf die Gesundheit. Auch wenn bereits eine Kniegelenkarthrose vorliegt, ist auch langfristig keine zusätzliche Abnutzung der Gelenke zu erwarten. Wichtig ist es, die sportlichen Aktivitäten individuell angepasst und nicht übertreibend auszuüben – ein- bis zweimal pro Woche sollte eine sportliche Betätigung aber mindestens erfolgen, so die Studienverantwortlichen.

Chang, A.H. et al.
Association of Long-term Strenuous Physical Activity and Extensive Sitting With Incident Radiographic Knee Osteoarthritis
Jama Network Open 5/2020

Beauty und ästhetische Medizin

Auch wer täglich draußen arbeitet, unterliegt einem erhöhten Risiko für Hautkrebs, sofern kein geeigneter Sonnenschutz aufgetragen und weitere schützende Maßnahmen eingesetzt werden. Oftmals wird angenommen, dass auch der Aufenthalt im Schatten vor einem Sonnenbrand und dessen schädlichen Folgen schützt. Im Rahmen einer Studie, an der insbesondere Förster teilgenommen haben, konnte dieser Annahme eindeutig widersprochen werden. Demnach erhöht sich das Hautkrebsrisiko nicht nur durch direkte Sonneneinstrahlung, sondern auch bei längerem Aufenthalt im Schatten.
Förster arbeiten hauptsächlich in bewaldeten und damit schattenreichen Gegenden. Sie boten sich daher als Studienteilnehmer sehr gut an. Etwa 200 von ihnen im durchschnittlichen Alter von 47 Jahren nahmen zusammen mit einer gleichen Anzahl an Freiluftarbeitern wie Landwirten, Bauarbeitern und Gärtnern an der Studie teil. Als Vergleichsgruppe dienten Personen, die ihren beruflichen Alltag im Büro verbrachten. Alle Teilnehmer wurden hinsichtlich ihres Lebensstils und ihrer regelmäßigen Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen befragt. Zudem fand eine Hautdiagnose statt.


Im Ergebnis zeigte sich, dass 72 % der Förster im Jahr zuvor einen Sonnenbrand hatten und dieser bei der Hälfte von ihnen durch ihre Arbeit im Freien verursacht wurde. Lediglich 29 % schützten sich durch geeignete Kleidung, nur etwa 30 % hielten sich auch mittags im Schatten auf. Verglich man diese Daten mit denen der beiden anderen Studiengruppen, so zeigte sich bei den Förstern ein stark erhöhtes Sonnenbrand-Risiko.


Sehr viele der vornehmlich draußen arbeitenden Menschen gaben an, noch nie an einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung teilgenommen zu haben, weil sie ihr Hautkrebsrisiko offensichtlich unterschätzten. Tatsächlich lag daher die Zahl der diagnostizierten Hauterkrankungen um ein Vierfaches höher als von den Befragten selbst eingeschätzt.


Die Studienverantwortlichen vermuten, dass bei den meisten Förstern die Annahme vorherrscht, dass die schattenspendenden Bäume einen Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung bieten würden. Dem sei jedoch nicht so: Auch die im Wald vorherrschenden Strukturen der Schatten lassen so viel UV-Strahlung durch, dass den Bäumen keine Hautkrebs-Schutzwirkung zugesprochen werden könne, so die Wissenschaftler. Daher ist es auch bei Aufenthalten im Schatten besonders wichtig, die Haut durch die bekannten Maßnahmen wie Eincremen etc. zu schützen.


Tizek, L. et al.
Skin cancer risk and shade: comparing the risk of foresters with other outdoor workers.
JEADV 5/2020

Immer wieder kursiert die Empfehlung, die Haut von Säuglingen durch die tägliche Anwendung von Pflegecremes vor Ausschlägen und Ekzemen zu schützen. Vergangene Studienergebnisse haben diese Prophylaxemaßnahme als hoffnungsvoll tituliert. Man war davon ausgegangen, dass sich Ekzeme dann entwickeln, wenn die natürliche Hautbarriere nicht ausreichend funktioniert. Ein zusätzlicher Schutz vor Ekzemen durch das tägliche Eincremen war daher ein Hoffnungsträger.


Im Rahmen einer aktuellen britischen Studie sollte diese These überprüft werden. Genetisch vorbelastete Familien, denen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Hautekzems zugesprochen wurde, nahmen an der Studie teil. Für die Dauer von einem Jahr wurde die Haut von etwa 700 Neugeborenen täglich mit Pflegecremes behandelt, um den Flüssigkeitsverlust zu begrenzen und damit eine Austrocknung der Haut zu verhindern. Bei weiteren 700 entsprechenden Säuglingen wurde nicht gecremt, um damit eine Kontrollgruppe zu bilden. In Anlehnung an die gängigen Kriterien wurde nach zwei Jahren untersucht, ob sich ein atopisches Ekzem gebildet hatte.

 

Bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse zeigte sich kein nennenswerter Unterschied bezüglich der Häufigkeit eines eingetretenen Ekzems. In der gecremten Säuglingsgruppe hatten 23 % und in der nicht gecremten Gruppe 25 % einen entsprechenden chronischen Hautausschlag entwickelt. Interessanterweise entwickelte sich bei der ersten Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe etwas häufiger eine Allergie gegen Ei und es traten zunehmend Hautinfektionen auf.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Cremes den Stoffwechsel der äußersten Hautschicht dahingehend verändert hatten, dass Viren und Bakterien auch über das Eincremen selbst die Hautbarriere erfolgreicher passieren konnten. Das tägliche Anwenden einer Hautcreme als Vorsorgemaßnahme sei daher eher fraglich, nicht jedoch als Basistherapie bei einem bereits vorhandenen Ekzem.
Chalmers JR et al.


Daily emollient during infancy for prevention of eczema: the BEEP randomised controlled trial.
Lancet 2/2020; 395: 962-72.

Das sogenannte IFAP-Syndrom beschreibt eine Erkrankung, bei der die Betroffenen seit der Geburt kaum oder gar nicht behaart sind, auch an den Augenbrauen oder den Wimpern. Ihre Haut ist leicht verhornt, und auf Licht reagieren sie sehr überempfindlich durch schmerzende Augen.

Was bisher zu dieser seltenen Krankheit bekannt war, sind ursächliche Veränderungen auf einem X-Chromosom unserer Erbanlagen. Frauen sind daher seltener betroffen als Männer. Jetzt haben Wissenschaftler bei den Untersuchungen von Betroffenen aus unterschiedlichen Ländern ein ganz spezielles Gen identifizieren können, welches die Entstehung des Haarlosigkeit-Syndroms begünstigt.

Da sowohl Mutter als auch Vater von betroffenen Patienten gesund waren, nahmen die Wissenschaftler an, dass es bei den Genen zu einer Mutation beziehungsweise Veränderung gekommen sein muss. Beim Vergleich des Genmaterials stellten sie fest, dass sich ein Gen verändert hatte, und zwar eines, welches die Aktivität vieler weiterer Erbanlagen reguliert. Bei einem entsprechenden Gendefekt können wichtige Erbinformationen nicht in den Zellkern gelangen und richtig umgesetzt werden. Folglich kommt es zu einer Fehlregulation, die sich offensichtlich auf die Ausbildung von Haarwurzeln und Haut auswirkt.

Diese Erkenntnisse zeigen, wie vielfältig und empfindlich das Zusammenspiel zahlreicher Prozesse ist, die für die Gesundheit von Haut und Haaren verantwortlich sind.

Wang, H. et al.
Mutations in SREBF1, Encoding Sterol Regulatory Element Binding Transcription Factor 1, Cause Autosomal Dominant IFAP Syndrome
American Journal of Human Genetics 6/2020

Wir haben den Sommermonat August und sind froh, dass es bezüglich der coronabedingten Reisewarnungen in den letzten Monaten zu Lockerungen gekommen ist. Das Reisen in europäische Länder ist wieder erlaubt. Da bei vielen Menschen verständlicherweise Themen rund um die Pandemie im Vordergrund stehen, um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, sieht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die aktuelle Gefahr, dass der notwendige Schutz unserer Haut vor UV-Strahlung dabei in Vergessenheit gerät.

Auch wenn dieses Jahr eher keine Fernreise ansteht, sollten die sonnenhungrigen Urlauber bedenken, dass die UV-Belastung auch in Europa sehr hoch ist und man daher nur geschützt und in Maßen die Sonne genießen sollte. Vor Kurzem hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) auch für Europa einen trockenen und heißen Sommer vorhergesagt, und das bedeutet auch eine bevorstehende erhöhte UV-Belastung.

Der UV-Index ist bekanntermaßen ein Indikator für die UV-Strahlenbelastung: Wird ein Tagesspitzenwert von UV-Index 3 erwartet, muss die Haut mit Sonnencreme geschützt werden, und ab einem Wert von 8 gilt die Empfehlung, die Sonne zu meiden. Das BfS weist in einer aktuellen Mitteilung darauf hin, dass in den Sommermonaten im Süden Europas durchaus Werte von über 9 und auch im Norden Werte bis 7 erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund sind für das Reisegepäck Sonnencremes mit hohem bis sehr hohem Lichtschutzfaktor sowie schützende Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille unverzichtbar. Bei einer Brille garantiert der Herstellerhinweis „UV400“ einen guten Schutz, sofern die Sonnenbrille gut auf der Nase anliegt und somit möglichst wenig Strahlung durchlässt.

Trotz dieser grundsätzlichen Schutzmaßnahmen gibt es keinen Freibrief für einen uneingeschränkten Sonnengenuss! Ab einer gewissen Dauer und zu bestimmten Tageszeiten, insbesondere in der Mittagssonne, sollten Schattenplätze aufgesucht oder dem Aufenthalt im Freien eine Pause eingeräumt werden.

Meßmer, N.
BfS: Sonnenschutz auch beim Urlaub in Corona-Zeiten nicht vergessen!
idw-Pressemitteilung 6/2020

Vitalstoffe und Ernährung

Studien zufolge wirken sich Omega-3-Fettsäuren in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit aus. Besonders geschätzt ist der positive Effekt auf die Entzündungsregulation. Es wird vermutet, dass die Wirkung der langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren über oxidative Zwischenprodukte vermittelt wird. Dazu zählen sogenannte Eicosanoide oder Oxylipine. Wissenschaftler von der Universität Wuppertal untersuchten in einer Ernährungsstudie den Einfluss von marinen Omega-3-Fettsäuren auf die Plasmaspiegel von Oxylipinen.


121 gesunde Erwachsene mit einem geringen Fischkonsum erhielten über 12 Monate entweder die marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) oder ein Placebo. Die Dosierung der Omega-3-Fettsäuren war so gewählt, dass sie dem Verzehr von einer, zwei oder vier Portionen Fisch pro Woche entsprach.

 

Nach 3 und 12 Monaten wurden insgesamt 73 Oxylipine im Plasma der Teilnehmer identifiziert. Die Oxylipinkonzentration stieg in Abhängigkeit der Omega-3-Fettsäurezufuhr linear an. Dieser Effekt war nach drei und nach 12 Monaten für alle EPA- und DHA-Oxylipin-Zwischenprodukte zu beobachten.

Der Oxylipinspiegel scheint unmittelbar mit der Zufuhr von marinen Omega-3-Fettsäuren zusammenzuhängen und könnte die positive Wirkung auf die Entzündungsreaktionen erklären.


Ostermann AI, West AL, Schoenfeld K, Browning LM, Walker CG, Jebb SA, Calder PC, Schebb NH.
Plasma oxylipins respond in a linear dose-response manner with increased intake of EPA and DHA: results from a randomized controlled trial in healthy humans.
Am J Clin Nutr. 5/2019; 109(5): 1251-63.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion des Insulinstoffwechsels ab und das Risiko für Diabetes mellitus steigt. In einer hochqualitativen Studie haben US-Wissenschaftler nun eine bemerkenswerte Beobachtung gemacht. Während einer 90-tägigen experimentellen Studie erhielten 93 gesunde Personen mittleren bis hohen Alters entweder ein Placebo oder ein Probiotikum ("gesunde" Darmbakterien) namens Lactobacillus rhamnosus (Milchsäurebakterium).
Um möglichst jegliche Fehlerquellen ausschließen zu können, wussten die Teilnehmer nicht, ob sie das Probiotikum oder das Placebo einnahmen und auch den in die Studie involvierten Ärzten wurde diese Information vorenthalten. Im Rahmen der Erhebung der Studiendaten wurde bei allen Teilnehmern zu Beginn und im Verlauf der Studie unter anderem der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c-Wert) gemessen.

 

Die Auswertung der Daten offenbarte, dass die Einnahme der Probiotika den Langzeit-Blutzuckerwert über die Zeit konstant hielt. In der Placebo-Gruppe hingegen stieg dieser Langzeit-Blutzuckerwert über die Studiendauer an. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Einnahme des Milchsäurebakteriums vor einer Verschlechterung des Blutzucker-Stoffwechsels und dementsprechend den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken im Alter schützen könnte.
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Der Darm nimmt großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Funktioniert er nicht optimal, fühlen wir uns schnell unwohl. Erfahren Sie mehr darüber, welche Ernährung dem Darm gut tut und welche nicht.


Sanborn VE, Azcarate-Peril MA, Gunstad J.
Lactobacillus rhamnosus GG and HbA1c in middle age and older adults without type 2 diabetes mellitus: A preliminary randomized study
Diabetes Metab Syndr. 5/2020; 14(5): 907-909.

Bereits eine geringe Zufuhr des sekundären Pflanzenstoffs Lutein kann die Gedächtnisfunktion von gesunden Menschen verbessern. Seit längerer Zeit gibt es Hinweise, dass Gemüse und Früchte mit einem hohen Gehalt antioxidativer Inhaltsstoffe einen positiven Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten (Auffassungsgabe und Erinnerung) nehmen können.

Studien führten jedoch immer wieder zu uneinheitlichen Ergebnissen. In einer Übersichtsarbeit wurde daher das Carotinoid Lutein genauer unter die Lupe genommen. Ein Team aus japanischen Wissenschaftlern suchte in zahlreichen wissenschaftlichen Literaturdatenbanken nach Studien mit gesunden Menschen jeden Alters, bei denen der Einfluss einer Lutein-Einnahme auf die kognitiven Fähigkeiten untersucht wurde.

Insgesamt fünf Studien hatten einen solchen Zusammenhang zwischen Lutein und den kognitiven Fähigkeiten untersucht. Es zeigte sich, dass Lutein durch alle Studien hinweg eine positive Wirkung auf die visuelle Merkfähigkeit von gesunden, jungen und mittelalten Menschen ausübte. Bereits 10 mg pro Tag konnten bei einer Einnahme über 12 Monate positive Effekte erzielen.

Lutein kann die visuelle Gedächtnisfunktion von jungen und mittelalten Menschen verbessern.

Nouchi R, Suiko T, Kimura E, Takenaka H, Murakoshi M, Uchiyama A, Aono M, Kawashima R.
Effects of Lutein and Astaxanthin Intake on the Improvement of Cognitive Functions among Healthy Adults: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials.
Nutrients. 2/2020

Entscheidend für das Voranschreiten des geistigen Abbaus im Alter ist die Abnahme der Durchblutung kleinster Blutgefäße im Gehirn. Ein prominenter Pflanzenstoff gilt, den Erkenntnissen einer klinischen Studie nach, als aussichtsreicher Kandidat, um dem Abbau entgegenzusteuern. Australische Wissenschaftler hatten bereits in einer 14-tägigen Studie die Wirkung des sekundären Pflanzenstoffs Resveratrol auf verschiedene Marker mit Erfolg getestet.

In einer länger angelegten Studie testeten sie nun die 12-monatige Gabe von zweimal täglich 75 mg Resveratrol im Vergleich zu einem Placebo. An der Studie nahmen 129 postmenopausale Frauen teil. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe verbesserte sich in der Resveratrol-Gruppe die kognitive Leistungsfähigkeit deutlich über den Studienzeitraum.

Ebenso konnte die Abnahme der zerebrovaskulären Reaktionsfähigkeit (betrifft die Blutversorgung im Gehirn) abgeschwächt werden. Die Verzögerung der zerebrovaskulären Reaktionsgeschwindigkeit stand ebenfalls in Zusammenhang mit der Abnahme des Nüchtern-Blutzuckerspiegels.

Der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol zeigte in der aktuellen Studie eine positive Wirkung auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die Blutversorgung im Gehirn von postmenopausalen Frauen.

Thaung Zaw JJ, Howe PRC, Wong RHX.
Sustained Cerebrovascular and Cognitive Benefits of Resveratrol in Postmenopausal Women.
Nutrients. 3/2020

Anti-Aging - Alt werden, jung bleiben

Kann es sein, dass sich eine Alzheimer-Erkrankung bei manchen Betroffenen schon lange Zeit vorher durch langsam eintretende Gedächtnisstörungen ankündigt und sie eine mögliche Erkrankung bereits früh „fühlen“ können?

 

Schon lange suchen Wissenschaftler nach möglichen Vorboten einer Alzheimer-Erkrankung. Aktuell wurde dazu eine Studie bei 449 Erwachsenen im durchschnittlichen Alter von 70 Jahren durchgeführt. Die Hälfte von ihnen hatte darüber berichtet, dass ihr Gedächtnis nach eigenem Empfinden nachlasse. Bei der anderen Hälfte der Teilnehmer handelte es sich um eine Vergleichsgruppe, die als kognitiv gesund eingestuft wurde. Beide Gruppen nahmen an umfangreichen Tests teil, um nachweisbare Indizien und Erkenntnisse zur geistigen Leistungsfähigkeit zu ermitteln.

 

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei denjenigen Studienteilnehmern, die ihren Arzt aufgesucht hatten, weil sie ein Nachlassen ihrer geistigen Fähigkeiten gespürt hatten, auch tatsächlich entsprechende kognitive Defizite zu messen waren. Bei den Teilnehmern der zweiten „unvorbelasteten“ Gruppe hingegen fielen die Messungen bezüglich ihrer Gedächtnisleistung besser aus.
Zusätzlich zu diesen Tests wurden von einzelnen Personen beider Teilnehmergruppen Proben des Nervenwassers aus Gehirn und Rückenmark entnommen, um das Vorhandensein spezieller Eiweißverbindungen zu analysieren. Dabei handelt es sich um Biomarker, die auf mögliche Nervenschädigungen und Reaktionseinbußen und somit auf Alzheimer-Prozesse hindeuten.


Hierbei fanden die Forscher heraus, dass bei den Teilnehmern, die über das subjektiv empfundene Nachlassen ihrer Gedächtnisleistung berichteten, auch tatsächlich entsprechende Biomarker im Nervenwasser vorzufinden waren. Die Studienverantwortlichen weisen darauf hin, dass aus diesem Studienergebnis keinesfalls der Schluss gezogen werden darf, dass empfundene kognitive Einschränkungen grundsätzlich auf eine sich ankündigende Alzheimer-Erkrankung hindeuten.


Gedächtnisstörungen könnten neben einer Alzheimer-Erkrankung viele Ursachen haben. Dennoch kann das eigene Empfinden diesbezüglich sehr hilfreich sein, um mit anschließenden Tests ein mögliches Alzheimer-Risiko zu ermitteln und frühzeitig mit passenden Behandlungsmethoden reagieren zu können.


Wolfsgruber, S. et al.
Minor neuropsychological deficits in patients with subjective cognitive decline
Neurology 7/2020

Bestimmte Symptome kündigen einen möglichen Herzinfarkt an. Dennoch scheinen diese Anzeichen oftmals nicht ernst genommen oder richtig gedeutet zu werden, sodass der Anruf beim Notarzt nicht frühzeitig erfolgt. Wissenschaftler aus den USA weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die ersten Symptome eines Herzinfarktes abhängig vom Alter der Betroffenen teilweise unterschiedlich sind. Das macht die Deutung entsprechend schwieriger.

 

Bei der Auswertung von Untersuchungen, die von etwa 2.600 Patienten mit einem ersten Herzinfarkt gesammelt wurden, stellte man fest, dass sich bei jüngeren Herzinfarkt-Patienten eher typische Symptome wie Schmerzen, Druck, Engegefühl oder Missempfinden im Brustkorb bemerkbar gemacht hatten. Etwa 80 % dieser Generation klagten über Schmerzen im Brustkorb.


In der älteren Generation hingegen wurde derartigen unangenehmen Empfindungen in der Brustkorbgegend als Vorbote weniger Bedeutung zugesprochen, entsprechende Schmerzen hatten nur 45 % von ihnen angegeben.
In der höheren Altersgruppe kündigte sich der Infarkt vorwiegend durch atypische Symptome wie Kurzatmigkeit, Schmerzen im linken Arm oder durch einen Kreislaufkollaps an.


Während die Studienteilnehmer im Alter unter 55 Jahren nur zu 11 % entsprechende atypische Symptome hatten, traten diese mit zunehmendem Alter verstärkt ein: bei den 55- bis 64-Jährigen zu 17 %, bei den 65- bis 74-Jährigen zu 28 % bis hin zu den über 85-Jährigen zu 51 %.

 

Die Wissenschaftler merken vor dem Hintergrund dieses Studienergebnisses an, dass solche atypischen Symptome einen Hinweis auf einen Herzinfarkt erschweren und darin auch ein Grund zu sehen ist, weshalb die Notärzte teilweise verspätet alarmiert werden.


Tisminetzky, M. et al.
Age Differences in the Chief Complaint Associated With a First Acute Myocardial Infarction and Patient's Care-Seeking Behavior
Am J Med 3/2020

Bisher nahm man an, dass das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, zu einem großen Teil erblich bedingt ist. Wie Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungsinstitutes jetzt berichten, sind die vererbten Gene in den meisten Fällen nicht für eine Darmkrebserkrankung verantwortlich und haben also einen geringen Stellenwert.

Was den Forschern hingegen aufgefallen ist, sind die ungünstigen Lebensgewohnheiten der Eltern, die häufig vom Nachwuchs übernommen werden und damit auch bei ihnen das Krebsrisiko ansteigen lassen. Ein schlechter Lebensstil, in dem viel geraucht, sich wenig körperlich bewegt und sich unausgewogen ernährt wird, ist ein schlechtes Vorbild innerhalb der Familie.

Das führt zu einem familiär bedingten erhöhten Darmkrebsrisiko und darf keinesfalls mit einem genetisch bedingten Risiko verwechselt werden. Mit anderen Worten: Jeder Mensch hat es selbst in der Hand hat, sein Krebserkrankungsrisiko zu minimieren, indem er auf seinen gesunden Lebensstil achtet und nicht die möglicherweise schlechten Gewohnheiten seiner Eltern übernimmt.

Im Rahmen einer Studie wurden das Erbmaterial sowie die Lebensgewohnheiten von etwa 4.500 Darmkrebspatienten mit denen von rund 3.500 gesunden Personen verglichen. Es wurde unter anderem untersucht, ob bei den erkrankten Personen bestimmte Gene vorrangig waren, zu denen ein Einfluss auf die Entstehung von Darmkrebs bekannt ist.

Bei der Auswertung der Untersuchungen zeigte sich, dass diese Gene am Ende tatsächlich nur zu maximal 14 % für den Darmkrebs verantwortlich sind und nicht wie bisher angenommen zu maximal 23 %. Demnach hatten durchaus auch gesunde Personen diese genetische Vorbelastung, waren aber nicht am Darmkrebs erkrankt. Auch andere Studien deuten darauf hin, dass sehr viel ausschlaggebender als die genetische Vorbelastung ein ungesunder Lebensstil ist.

Diesem wird damit mehr Bedeutung zugesprochen und sollte unbedingt in gesunde Bahnen gelenkt werden, um einer Darmkrebserkrankung vorzubeugen. Ungesunden Ernährungsgewohnheiten, Rauchen und mangelhafter körperlicher Bewegung werden als Risikofaktoren eine deutlich größere Bedeutung zugesprochen als zuvor angenommen, so die Wissenschaftler.

Weigl K et al.
Establishing a valid approach for estimating familial risk of cancer explained by common genetic variants.
Int J Cancer 1/2019; 146(1): 68-75.

Damit wir uns zielsicher durch einen Raum lotsen können, verarbeiten wir unzählige Sinneseindrücke, die den Weg über die Augen, über die Muskulatur bis hin zum Gehirn gehen. Eine besondere Bedeutung nimmt dabei eine bestimmte Hirnregion ein, in der über bestimmte Nervenzellen ein Abbild der jeweiligen Umgebung erzeugt und zur Weiterverarbeitung an das Gehirn gesendet wird.

Wissenschaftler sprechen dabei vom menschlichen Navigationssystem, das unterschiedlich gut funktioniert und für das Orientierungsvermögen verantwortlich ist. Es ist auch bekannt, dass es im Alter nachlässt. Im Rahmen einer Studie fanden Forscher heraus, dass der häufig nachlassende Orientierungssinn insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass die Verarbeitung und Weiterleitung der Eindrücke und Sinneswahrnehmungen durch unterschiedliche Störfaktoren beeinflusst wird, ähnlich wie das störende Rauschen eines Radios, welches die akustische Wahrnehmung beeinträchtigt.

Die Forscher stellten fest, dass vor allem die Wahrnehmungen bezüglich der Fortbewegungsgeschwindigkeit beim Gehen ungenauer werden und im Gehirn zu einer fehlerhaften Abschätzung der Position im Raum führen. Diese auftretenden Schwankungen führen zu Einbußen bezüglich der Orientierung der Betroffenen.

Die Forscher weisen abschließend darauf hin, dass diese Fehlerquelle im Alter nachweislich zunehme. Weitere Untersuchung stehen an, um die Ursache dieses gestörten Informationsflusses zu finden und diesem dann therapeutisch entgegenwirken zu können.

Matthias Stangl et al.
Sources of path integration error in young and aging humans
Nature Communcations 5/2020